Weltweit wurde vergangenes Jahr mehr Milch produziert. Hierzu haben unter anderem die wachsenden Bestände der USA gesorgt. Diese
haben sogar ihren Höchststand von 2021 übertroffen. Die USA hat bis November 2,6 % mehr Milch geliefert als im gleichen Zeitraum
2024, in Summe waren dies 2,2 Mio. t mehr Milch. In Argentinien wurde sogar 10,5 % mehr Milch gg. Vj. produziert. Des Weiteren hatte auch
Neuseeland seine Milchanlieferung um 2,1 % erhöht. Australien verzeichnet als einziges Land einen Rückgang der Milchmenge mit
-2,2 % gg. Vj.
In der EU haben die Anlieferungen im November deutlich die Vorjahreslinie überstiegen. Im 1. Quartal war die Milchmenge noch unter der
Milchmenge des Vorjahres. Seit April 2025 ist das Rohstoffaufkommen kontinuierlich gestiegen. In allen großen Erzeugerländern
wurde mehr angeliefert. Die größten Milchproduzenten produzierten deutlich über Vorjahresniveau. So lieferte Deutschland im
November +7,7 %, Frankreich +5,9 % und Niederlande +7,2 % über Vorjahresniveau. Auch in den anderen Ländern wurde mehr Milch
abgeliefert. So lieferte Polen +5,9 % und Österreich +9,8 % mehr Milch gg Vj.
Die ungewöhnlich hohe Milchablieferung führte zum Jahresende 2025 zu einem deutlichen Einbruch der Milcherzeugerpreise in der EU
wie auch in Deutschland. Seit August fallen die Preise. Im November gaben die Preise in Belgien (-4,1 ct), Niederlande (-7 ct) und
Dänemark (- 3,1 ct) nach.
Im Vergleichszeitraum Januar bis November 2025 konnten in den bedeutendsten Milcherzeugerländer ein deutliches Plus verzeichnet
werden. So hatte Deutschland einen Anstieg von +12,2 % und Frankreich von +6,3 %. Auch in den Niederlanden (+11,7 %) und Polen (+10,1 %)
konnten deutlich höhere Auszahlungspreise gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Im Schnitt wurde in der EU 52,9 ct/kg
ausbezahlt.
In Deutschland haben wir seit August letzten Jahres ein ungewöhnlich hohes Rohstoffaufkommen. Die Milchanlieferung ist seitdem
deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Auch das gewöhnliche Saisontief fiel sehr mode-rat aus. Durch den milden Sommer, die
ausbleibende Hitzewelle und die gute Grundfutterversorgung und somit das ausreichend zur Verfügung stehenden Futter haben dazu
beigetragen. Insgesamt sind durch die guten Erzeugerpreise im Jahr 2025 auch sehr viele Kühe gemolken worden. Zum ersten Mal seit
langem ist die Anzahl der Milchkühe um 0,2 % auf 3.597 Mio. Milchkühe gestiegen. Die verzögerten Abkalbungen haben auch dazu
geführt, dass im November und Dezember weniger Kühe geschlachtet wurden, da diese in Milch waren.
Im November wurde ein Plus von 7,5 % im Vergleich zum Vorjahr beobachtet. Im Januar ist der Abstand zum Vorjahresniveau etwas geringer
geworden, dennoch übersteigt die Milchanlieferung deutlich das Vorjahresniveau mit einem Plus von 5,7 %.
In der Saisonspitze lagen die Spotmilchpreise im letzten Jahr bei knapp 53 ct/kg. Ab Juli hat dann der Abwärtstrend eingesetzt. Im
weiteren Verlauf hat der Abwärtstrend bis Ende des Jahres fortgesetzt. Das Tief lag bei 12 ct/kg. In KW 03 konnte erstmals eine
leichte Preissteigerung verzeichnet werden. So ist der Preis um +4,9 ct/kg auf 17,4 ct/kg gestiegen. Die magische 40-ct-Markte ist am
Spotmarkt seit langem unterschritten. Zeitverzögert lässt sich dieser Preisverfall nun auch bei den Erzeugerpreisen beobachten.
Die Erzeugerpreise für konventionelle Milch in Baden-Württemberg haben im August mit 53,4 ct/kg ihren Höhepunkt erreicht.
Seit der Trendwende im September sind die Preise kontinuierlich gefallen. Im Dezember war der Auszahlungspreis bereits bei 45,67 ct/kg. Im
Nor-den und Osten Deutschlands wird schon unter 40 ct/kg ausbezahlt. Experten erwarten auch im Süden weitere Preisabschläge. Wann
das Tal erreicht ist, ist leider noch nicht abzuschätzen.
Die Entwicklung des Milchmarktes zum Jahresbeginn sind erschreckend. Die Milchmenge übersteigt in Deutschland und weltweit das Niveau
des Vorjahres. Dieses hohe Milchaufkommen bringt den Markt und die Preise unter Druck. Ein klitzekleiner Lichtblick ist der leicht
anziehende Spotmarkt um 2,4 ct/kg auf 19,8 ct/kg, wenn man sich bei unter 20 ct traut von einem solchen zu sprechen. Bleibt zu hoffen, dass
im Jahr 2025 Reserven aufgebaut werden konnten um die schweren Zeiten zu überstehen.
Auch wenn der Auszahlungspreis für Bio-Milch im Dezember 2025 erstmals seit vielen Monaten im Bundes-schnitt leicht gesunken ist,
liegt er weiterhin auf einem hohen, stabilen Niveau. So lag er im Dezember 2025 im bundesweiten Mittel nach Zahlen von Bioland, (Quelle:
www.biomilchpreise.de), bei 66,30 ct/kg (netto ab Hof bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß) und damit um 0,5 ct/kg unter dem von November,
in Baden-Württemberg lag er mit 66,60 ct/kg Milch leicht darüber. Der konventionelle Milchpreis hingegen ist auch im Dezember um
weitere 3 ct/kg zurückgegangen, wodurch der Abstand von Bio- zu konventioneller Milch mittlerweile durchschnittlich 23 ct/kg Milch
beträgt.
Die Biomilchanlieferungsmenge in Deutschland ist 2025 leicht gestiegen. Vor allem im zweiten Halbjahr lag sie zunehmend über dem
Vorjahresniveau. Gründe hierfür waren die hohen Auszahlungspreise sowie eine gute Futterversorgung und -qualität.
Auch die Nachfrage privater Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Molkereiprodukten blieb bis zum Jahresende ungebrochen hoch. Vor allem
Bio-Trinkmilch wurde 2025 stark nachgefragt. Aber auch bei Joghurt, Quark und Käse in Bio-Qualität konnte ein Plus gegenüber
dem Vorjahr erzielt werden, bei Bio-Butter hingegen sank die Nachfrage. Trotz der insgesamt positiven Nachfrageentwicklung, konnte diese
die Produktionssteigerungen beim Rohstoffaufkommen im Dezember 2025 nicht mehr vollständig aufnehmen.
Auch in den kommenden Monaten wird mit einer positiven Nachfrageentwicklung nach Bio-Milch und -Milchprodukten sowie stabilen
Erzeugerpreisen gerechnet.
Auch in den kommenden Monaten wird mit einer positiven Nachfrageentwicklung nach Bio-Milch und -Milchprodukten und stabilen bis leicht
steigende Erzeugerpreise gerechnet.