Ferkel- und Schlachtschweinepreis in Baden-Württemberg

Grillsaison verpufft am Schweinemarkt - Ferkel unter Druck

Der deutsche Schlachtschweinemarkt präsentiert sich Anfang Juni 2026 insgesamt weitgehend ausgeglichen. Nach den Feiertagswochen bestehen regional zwar noch kleinere Überhänge, diese halten sich jedoch in Grenzen und dürften bei den nun anstehenden vollen Arbeitswochen zügig abgebaut werden. Während insbesondere aus Norddeutschland größere Stückzahlen und leicht erhöhte Schlachtgewichte gemeldet werden, passt das Angebot im Süden weiterhin gut zur bestehenden Nachfrage. Von größeren Vermarktungsproblemen wird derzeit nicht berichtet.

Die Nachfrage nach Schweinefleisch hat sich zuletzt leicht belebt. Vor allem die sommerlichen Temperaturen, die Grillaktivitäten rund um Pfingsten sowie verstärkte Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels sorgten für eine Belebung des Inlandsgeschäfts. Deutlich schwieriger stellt sich dagegen weiterhin das Exportgeschäft dar, sodass die positiven Impulse aus dem Inland bislang nicht ausreichen, um den Markt spürbar zu beleben.

Die Preisentwicklung bleibt entsprechend stabil. Der empfohlene Vereinigungspreis der VEZG wurde zuletzt erneut unverändert bei 1,60 €/kg Schlachtgewicht festgelegt. Für die kommenden Wochen hoffen die Marktteilnehmer auf stärkere Nachfrageimpulse durch die Grillsaison und die Zeit vor den bundesweiten Sommerferien. Angesichts der hohen Schlachtzahlen von zuletzt über 760.000 Schweinen pro Woche dürfte eine nachhaltige Marktbelebung jedoch nur begrenzt möglich sein.

Auch auf europäischer Ebene dominieren derzeit ausgeglichene Marktverhältnisse. In Frankreich stehen sich Angebot und Nachfrage weiterhin weitgehend ausgewogen gegenüber. Das warme Wetter führt dort zu geringeren Tageszunahmen und sinkenden Schlachtgewichten. In Belgien sorgten die Feiertagswochen zuletzt für leichte Preisrücknahmen, während für die kommenden Wochen wieder festere Entwicklungen erwartet werden. In Spanien hat sich der Markt aufgrund der hohen Temperaturen etwas belebt, da die Tiere langsamer die Schlachtreife erreichen. Italien berichtet weiterhin von einem ruhigen und teilweise schleppenden Handelsverlauf, hofft jedoch auf Impulse durch die beginnende Tourismussaison.

Am Ferkelmarkt hat sich die Situation zuletzt etwas eingetrübt. Ein mittleres bis großes Angebot trifft auf eine durchschnittliche bis teilweise ruhige Nachfrage. Die Vermarktung gestaltet sich regional schwieriger als noch vor einigen Monaten. Insbesondere aus Norddeutschland wird von Problemen im Freien Markt berichtet, da preisgünstige Partien aus Dänemark und den Niederlanden zusätzlichen Druck ausüben. Auch im Süden Deutschlands wird der Preisdruck zunehmend spürbar.

Aktuell zeigen sich viele Mäster zurückhaltend. Teilweise werden Ställe bewusst leer gelassen oder günstigere Partien am Spotmarkt bevorzugt. Selbst bestehende Liefervereinbarungen werden vereinzelt nicht vollständig ausgeschöpft. Vor diesem Hintergrund verharren die Ferkelpreise auf dem zuletzt abgesenkten Niveau. Der VEZG-Preis liegt aktuell bei 52,00 €/25 kg Ferkel und blieb zuletzt unverändert. Die Notierung in BW liegt in KW 23 unverändert bei 56,10 €/25 kg Ferkel.

Die wirtschaftliche Situation der Ferkelerzeuger bleibt angespannt. Nach Berechnungen der AMI können die erzielten Erlöse die Vollkosten der Produktion derzeit nicht decken. Für Mai 2026 wird bei den Vollkosten ein Verlust von rund 7,10 €/28 kg Ferkel ausgewiesen. Neben den zuletzt gesunkenen Ferkelpreisen belasten steigende Betriebsmittelkosten, insbesondere bei Düngemitteln, die Liquidität vieler Betriebe zusätzlich. Entsprechend hoffen die Erzeuger auf eine festere Preisentwicklung in den kommenden Wochen. Ob diese eintreten wird, hängt jedoch maßgeblich von einer nachhaltigen Belebung des Schlachtschweinemarktes und der Fleischnachfrage ab. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ist eine solche, stabilere Entwicklung des Schlachtschweinemarktes eher unwahrscheinlich.

© Moritz Bühler, LEL Schwäbisch Gmünd

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