Milchproduktenpreise in BW

Europa produziert viel Milch

In der EU haben die Anlieferungen in den letzten acht Monaten das Vorjahresniveau überstiegen. Es wurde von Januar bis August 3,0 % mehr Milch produziert. In Deutschland wurde insgesamt 6,0 % mehr Milch angeliefert (+1,2 Mio. t). Noch mehr Milch produzierte Österreich mit einer Steigerung von 6,6 %.
Die EU hat derzeit laut CLAL einen Selbstversorgungsgrad von 117,1 %. Im gleichen Zeitraum 2025 lag der Selbstversorgungsgrad noch bei 115,7 %. Auch hier ist zu erkennen, dass die Milchproduktion in der EU stark ausgebaut wurde. 
Durch den heißen und trockenen Sommer in Deutschland ging die angelieferte Milchmenge im Sommer leicht zurück. Nach Abklingen der extrem hohen Temperaturen wurde wieder ein Milchmengenanstieg verzeichnet. In den letzten Wochen zeigte die Milchmenge wieder saisontypisch eine leicht abnehmende Tendenz, insgesamt liegen wir aber immer noch über dem Vorjahresniveau.
Die Hitze und die extreme Trockenheit haben sich vor allem in Baden-Württemberg ausgewirkt. Das Grundfutter ist durch den fehlenden Niederschlag knapp verfügbar gewesen. Auch der Mais litt unter der Trockenheit und hat für keine Entlastung gesorgt. So mussten viele Betriebe ihre Kühe vorzeitig mit Winterfutter zufüttern. Bei vielen Betrieben ist es nun fraglich, wie weit die Vorräte noch über den Winter reichen. Einige Betriebe haben ihre Milchviehherden schon reduziert. Die Verfügbarkeit von Grundfutter wird hier in den nächsten Monaten ausschlaggebend sein. 
Aktuell gehen die Marktexperten davon aus, dass sich die Erzeugerpreise für konventionelle Milch weiter stabilisieren werden. Die Preise bewegen sich derzeit seitwärts. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Preis um 1 Ct/kg und lag im August somit bei 38,9 Ct/kg Milch. Am Spotmarkt kam es in den letzten Monaten zu einer deutlichen Preissteigerung. Dieser liegt aktuell bei 41,7 Ct/kg (+1,2 Ct zur Vorwoche). 
In den vergangenen beiden Monaten zeigte sich der Milchmarkt insgesamt in stabiler Verfassung. Dies spiegelt sich auch im Auszahlungspreis wider. Fast alle Molkereien konnten den Milchpreis anheben. Dies deutet auf eine Erholung der Milchpreise hin. Ein wichtiger Faktor in Süddeutschland ist in nächster Zeit die knappe Grundfutterversorgung. Hier ist abzuwarten, wie und ob sich dies auf die Bestände und in Folge dessen auf die Milchmenge auswirken wird.

© Dr. Stefanie Vogt, LEL Schwäbisch Gmünd

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