Milchproduktenpreise in Baden-Württemberg

Weiterhin zu viel Milch am Markt

Der deutsche Milchmarkt ist weiterhin von einem hohen Milchaufkommen geprägt. Im April wurde 6,0 % mehr Milch als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor abgeliefert. Die immer noch gute Grundfutterversorgung durch die guten Bedingungen von 2025, mit dem milden Sommer und der ausbleibenden Hitzewelle und damit einhergehend ausreichend zur Verfügung stehendem Futter, tragen dazu bei, dass die Inhaltstoffe der Milch gut sind und dass die Kühe insgesamt sehr viel Milch geben. Gleichwohl sind die Schlachtzahlen der Kühe Anfang 2026 zurück gegangen, woraus man schließen kann, dass momentan viele Kühe gemolken werden. 
Der Preiskampf des LEHs, der Mitte September 2025 begonnen hat, wirkt bis heute. Anfang März wurde durch die rege Nachfrage vor Ostern der Butterpreis kurzfristig um 20 Cent auf 1,19 €/250 g-Päckchen angehoben. Ende April wurde der Butterpreis jedoch wieder um 14 Cent auf 1,05 €/250 g-Päckchen gesenkt. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Butterpreis 94 Cent/250 g-Päckchen geringer.
Die Rohstoffpreise befestigten sich in der ersten Maihälfte etwas. Die Flüssigmärkte profitierten von den Feiertagen. Das geringe Preisniveau erhöhte die Nachfrage. Die Eiweißseite verzeichnet einen leichten Anstieg, Rahm kostet zuletzt 3,7 €/FE.
Der Käsepreis zeigt sich weiterhin stabil. Die Nachfrage ist ungebrochen rege. Die wärmeren Temperaturen und die bevorstehende Grillsaison setzten weitere Impulse. An den Pulvermärkten zeigt sich jedoch ein uneinheitliches Bild. Der Molkenpulverpreis zeigt sich stabil, der Magermilchpulverpreis tendiert weiter fester, wohingegen der Vollmilchpulverpreis schwächer tendiert. 
Durch das hohe Milchaufkommen wurde vermehrt Milch weiterverarbeitet. Im ersten Quartal 2026 wurde in Deutschland 21,2 % mehr Magermilchpulver und 4,5 % mehr Molkenpulver im Vergleich zum Vorjahr produziert. Insgesamt wurde auch Butter (+9,8 %) und Käse (+4,8 %) vermehrt hergestellt. Demgegenüber wurde 3,4 % weniger Konsummilch produziert. 
Der extreme Preisverfall der Erzeugerpreise für konventionelle Milch, der im Juli 2025 begonnen hatte, scheint gebremst zu sein. So hat sich im März der Rückgang deutlich schwächer gezeigt. Im Vergleich zum Vormonat sank der Preis nur noch um 0,2 ct/kg und lag im März in Baden-Württemberg bei 37,7 ct/kg Milch. Im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor wurde 13 Cent mehr ausbezahlt. Es scheint so, als ob sich die Preise stabilisieren könnten. Der Spotmarkt stieg in KW 20 auf 18,2 ct/kg Milch (+1,7 ct).
Es ist insgesamt nach wie vor zu viel Milch auf dem Markt. Die Milchmenge belastet somit noch immer den Preis der Milchprodukte. Es scheint jedoch so, als ob wir langsam an der Milchspitze angelangt wären. Saisonüblich sinkt die Milchmenge ab Mai. Preisstützend könnte die erhöhte Nachfrage bei den Eiweißprodukten sein. Dämpfend hingegen ist der anhaltende Angebotsüberschuss was sich momentan in den Preisen widerspiegelt. 

© Dr. Stefanie Vogt, LEL Schwäbisch Gmünd

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