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Getreidemarkt nach der Ernte im Wandel
Während nach der Ernte 2025 regional, aber auch aus aller Welt von guten Erträgen und Überschüssen berichtet wurde
scheint es derzeit als würde sich das Blatt wenden.
Nach aktuellen Schätzungen wird derzeit davon ausgegangen, dass im Bundesgebiet aufgrund der Trockenheit ca. 10 % weniger Getreide
erzeugt wurden. Im Süden Deutschlands sind die Verluste aufgrund der Trockenheit jedoch höher. Die geringeren Erträge im
Vergleich zum Vorjahr sind dennoch relativ zu betrachten, nicht nur da im Bundesgebiet nicht alle Regionen gleichermaßen betroffen
waren, 2025 war auch ein überdurchschnittliches Jahr mit guten Erträgen. Während beim Getreide die Ernte abgeschlossen ist
und die Gewissheit über die erreichten Erträge bereits vorhanden ist, ist beim Mais hingegen oftmals noch ein großes
Fragezeichen in den Köpfen von Landwirten und Händlern. Die Maisbestände haben unter der Hitze stark gelitten und lassen
eine Ertragsschätzung nur bedingt zu. Aufgrund der Trockenheit in Baden-Württemberg herrscht auf vielen viehhaltenden Betrieben
Grundfutternot. Silomaisbestände welche schätzungsweise nur 2/3 oder weniger ihres gewöhnlichen Ertragsliefern werden dies
nicht abpuffern können. Insbesondere da manche Bestände keinen oder kaum einen Kolben angesetzt haben. Derzeit beginnt die
Silomaisernte in einigen Regionen bereits, nun bleibt abzuwarten wie viel des eigentlichen Körnermaises aufgrund der Dürre
gehäckselt werden.
Auch global wird vom USDA in ihrer Augustschätzung bereits mit einem deutlichen Bestandsabbau beim Mais gerechnet.
Global wird bei den Ölsaaten vom USDA anders als beim Getreide eine Bestandserhöhung erwartet. Damit wird auch beim Raps weltweit
eine höhere Erzeugung als im Vorjahr erwartet, nicht jedoch in Deutschland und Baden- Württemberg. Trotz eines höheren
Anbauumfangs in Baden-Württemberg sank die Produktion laut der aktuellen DRV- Schätzung um ca. 20 %. Dabei sanken die
Flächenerträge im Vorjahresvergleich um fast ¼. Ein höherer Anbauumfang von Raps war und ist aufgrund der
Erzeugerpreise nachvollziehbar. Raps ist aufgrund der geopolitischen Ereignisse weiterhin im Bann der Ölpreise. Dadurch beeinflusst
der Irankrieg und der Ukrainekrieg den Rapspreis, da nicht nur die Rohölversorgung Einfluss nimmt, sondern auch die Raps- und
Sonnenblumenölexporte aus der Ukraine.
Nach einem von guten Ernten geprägten 2025 zeigt sich das Getreidewirtschaftsjahr 26/27 weltweit bisher durchwachsen. Das Hitzejahr
2026 wird in Erinnerung bleiben da nicht nur die Erzeugung darunter leidet, sondern auch aufgrund der Pegelstände der Flüsse die
Logistik vor Herausforderungen steht.
Für die Preisentwicklung bleibt aufgrund der Ernten und der geopolitischen Lage abzuwarten wie sich Handel und Logistik, insbesondere
im Schwarzen Meer, in den kommenden Monaten entwickeln. Die Verfügbarkeit wird aus jetziger Sicht der entscheidende Faktor werden.
©Frowin Brühl, LEL Schwäbisch Gmünd
www.agrarmaerkte-bw.de
