Klimatische Verhältnisse

Das Jahr 2021 war mit einer Jahresmitteltemperatur von 8,8 °C im Vergleich zu den warmen Vorjahren ein eher kühles Jahr in Baden-Württemberg, das aber dennoch 0,7 °C über dem Mittel des internationalen Referenzzeitraums von 1961 – 1990 lag. Hitzeperioden oder Hitzerekorde blieben in 2021 aus. Mit durchschnittlich 981 Millimeter Jahresniederschlag für Baden-Württemberg wurde 2021 zwar fast exakt der Durchschnittwert des Zeitraums 1961 – 1990 mit 980 Millimeter erreicht, jedoch war die Verteilung des Niederschlages innerhalb des Jahres sehr ungleichmäßig. Die Monate Januar, Mai, Juni und Juli waren sehr viel nasser als im Mittel im Zeitraum 1961 – 1990, die übrigen Monate sehr viel trockener, insbesondere der September. Im Sommer 2021 hat es besonders viel geregnet. Zudem gab es eine Vielzahl an Starkregenereignissen mit teils dramatischen Folgen. Auf den nassen Sommer folgte ein überaus trockener Herbst. Aufgrund der hohen Niederschläge Anfang des Jahres sowie im Sommer war 2021 durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Hochwasserereignissen in Baden-Württemberg geprägt. [1]

Nach den niedrigen Grundwasserverhältnissen der Jahre 2016 bis 2020, zählt 2021 zu den durchschnittlichen Jahren seit Bestehen des amtlichen Grundwasserstandmessnetzes im Jahr 1913. Vielerorts wurden in Baden-Württemberg vorübergehend deutliche Grundwasseranstiege durch eine verstärkte Grundwasserneubildung beobachtet. [1]

Die Entwicklung der Pflanzen war 2021 geprägt durch einen milden Winter, einen kühl-trockenen April und einen sehr kühlen, aber nassen Mai. Die Apfelblüte begann 11 Tage früher als im Mittel des Referenzzeitraums 1961 – 1990; die Pflückreife zog sich jedoch bis Mitte August 2021. Der frühe Blühbeginn erhöht das Spätfrostrisiko. Auch 2021 gab es wie bereits in den Vorjahren Spätfrostschäden und in der Folge Ertragseinbußen. Bei den Sonderkulturen sind damit bereits in vier der vergangenen fünf Jahre Frostschäden zu beklagen. [1]

Neben diesen absoluten Werten spielt auch die regionale Verteilung eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Ertragsbildung der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen. Die Temperaturverteilung zeigt ein deutliches West-Ost-Gefälle. Die Mittelgebirge des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb bilden eine natürliche Barriere auch für die östlich angrenzenden Regionen.

Auch die Verteilung der Niederschläge spiegelt sich in der heterogenen Struktur des Landes. Odenwald, Schwarzwald, Schwäbisch Alb und das Württembergische Allgäu sind die Gebiete mit hohen bis sehr hohen Niederschlägen, während das Oberrheingebiet, das Neckar-Becken und das Tauberland mit wenig bzw. unterdurchschnittlichen Niederschlägen zu kämpfen hat.  

Karte: Klimadaten in den Gemeinden Baden-Württembergs - Niederschläge und Temperatur im Jahresmittel 

Stand: 06/2022



Quelle: Broschüre „Ein wechselhaftes Jahr: Nass und trocken, sonnig und kühl - Eine klimatische Einordnung des Jahres 2021 für Baden-Württemberg“, Stand Januar 2022, Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW)

Auf dieser Seite kann die Broschüre (mit zahlreichen informativen Grafiken) heruntergeladen werden.

 

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