Der weltweite Handel mit Milchprodukten hat sich spürbar belebt. Im Jahres 2025 konnten deutliche Zuwächse verzeichnet werden.
Insgesamt wurde 5,6 % mehr Milchprodukte exportiert im Vergleich zum Vorjahr. Das am meist gehandelte Produkt Käse erfuhr eine
Steigerung von 8,2 %. Die größten Lieferanten waren die EU, USA und Neuseeland. Hauptimportländer waren das Vereinigte
Königreich, Saudi-Arabien, die EU und China.
In der EU haben die Anlieferungen im letzten Quartal deutlich die Vorjahreslinie überstiegen. In allen großen
Erzeugerländern wurde mehr angeliefert. Die größten Milchproduzenten produzierten deutlich über Vorjahresniveau. Dieser
Trend setzte sich zu Beginn 2026 fort. Im Januar wurde 5 % mehr Milch als im Vorjahr abgeliefert. Deutschland lieferte im Januar +7 %,
Frank-reich +5,8 % und Niederlande +5,8 % über Vorjahresniveau. Auch in den anderen Ländern wurde mehr Milch abgeliefert.
Rückläufig war die Milchanlieferung in Estland (-20,1 %), Rumänien ( 10,9 %) und Lettland (-4,6 %).
Beim Auszahlungspreis konnte 2025 im Vergleichszeitraum Januar bis November in den bedeutendsten Milcherzeugerländer ein deutliches
Plus verzeichnet werden. So hatte Deutschland einen Anstieg von +12,2 % und Frankreich von +6,3 %. Auch in den Nieder-landen (+11,7 %) und
Polen (+10,1 %) konnten deutlich höhere Auszahlungspreise gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Im Schnitt wurde in der EU vom
Januar bis November 2025 im Durchschnitt 52,9 ct/kg ausbezahlt.
Die ungewöhnlich hohe Milchablieferung führte jedoch zum Jahresende 2025 zu einem deutlichen Einbruch der Milcherzeugerpreise in
der EU wie auch in Deutschland.
Im Jahr 2025 wurde in der EU mehr Milch angeliefert als ich Vorjahr. Es ergab sich ein schalttagsbereinigtes Plus im Jahr 2025 von 2,0 %
gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland wurde insgesamt 1,2 % mehr Milch angeliefert. Auch Frankreich (+2,2 %), Niederlande (+2,2 %),
Polen und Irland produzierten mehr Milch. Demgegenüber wurde in Bulgarien, Spanien und Griechenland weniger Milch
produziert.
Zuwächse wurden vor allem bei Butter (+6,2 %), Magermilchpulver (+5,1), Frischprodukten (+2,0 %) und Käse (+1,9 %) verzeichnet.
Zurück gingen im Jahr 2025 die Produktion von Vollmilchpulver (-8,5 %) und Kondensmilch (- 10 %).
Bei den Exporten von Milchprodukten aus der EU gab es Produktverschiebungen. So wurde vor allem mehr Butter (+24 %) exportiert.
Hauptabnehmer waren die USA, Ägypten und Marokko. Auch Magermilchpulver konnte vermehrt exportiert werden. Hier beliefen sich die
Zuwächse auf 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Fat Filled Milk Powder hat eine Steigerung von 6 % erfahren. Vollmilchpulver wurde in fast
gleichem Umfang wie im Vorjahr exportiert (+1 %).
Käse blieb stabil, ist aber nach wie vor das bedeutendste Exportprodukt der EU. Das Vereinigte Königreich fragte etwas weniger
Käse nach, dies wurde durch klei-ne Länder und einer erhöhten Nachfrage von Japan kompensiert. Rückläufig waren
Babynahrung mit -10 % und Molkenpulver mit -3 % gegenüber dem Vorjahresniveau.
Die Zahlen der Viehbestände haben auch in 2025 ab-genommen. So wurden insgesamt 19,1 Mio. Milchkühe gehalten und somit 0,7 %
weniger als im Vorjahr. Interessant war, dass in 10 Mitgliedstaaten sogar mehr Kühe als 2024 gehalten wurden. Unter anderem in
Deutschland, Italien und Irland. Deutschland ist das Land mit dem größten Milchviehbestand mit knapp 3,6 Mio. Tiere (+0,2 % gg.
Vj). In vielen Ländern, wie auch in Frankreich und Spanien war ein Rückgang zu verzeichnen. In Frankreich wurden 3 % weniger
Milchkühe gehalten. Grund hierfür waren einerseits die politischen Rahmenbedingungen und andererseits die Ausbrüche der
Lumpy Skin Disease 2025, woraufhin infizierte Betriebe gekeulte werden mussten.
In Deutschland haben wir seit August 2025 ein ungewöhnlich hohes Rohstoffaufkommen. Die Milchanlieferung ist seitdem deutlich
über dem Niveau des Vorjahres und liegt auch aktuell noch weit über dem Vorjahresniveau.
Das Niveau vom November mit einem Plus von 7,5 % im Vergleich zum Vorjahr ist zwar leicht zurück gegangen, dennoch lagen wir im Januar
noch bei einem Plus von 5,7 %. In KW 11 nahm nun der Anstieg mit 7,1 % über Vorjahresniveau nochmal zu. Die bisherige abgelieferte
Milch übertrifft jetzt schon die die Mengen, die üblicherweise im Mai erreicht werden.
Die guten Bedingungen von 2025, mit dem milden Sommer, der ausbleibenden Hitzewelle und der guten Grundfutterversorgung und damit
einhergehend ausreichend zur Verfügung stehendem Futter, haben dazu beigetragen. Insgesamt sind durch die guten Erzeugerpreise im
letzten Jahr auch sehr viele Kühe gemolken worden. Seit Jahren wurde erstmalig der Rückgang der Milchkühe eingebremst. Es
wurden laut der letzten Viehzählung mehr Kühe in Deutschland gehalten als im Vorjahr. Zudem wirken sich die verzögerten
Abkalbungen immer noch aus.
Die Rohstoffpreise zeigten sich Mitte März sehr volatil. Die Eiweißseite verzeichnet eine leichte Belebung. Auch die Preise
für Rahm konnten sich befestigen. So kostete Rahm in KW 12 5,4 €/kg Fett (+0,2 €/kg gegenüber der Vorwoche).
Der Preiskampf des LEHs, der Mitte September 2025 begonnen hat, wirkt bis heute. Lediglich der Butterpreis konnte durch die rege Nachfrage
Anfang März um 20 ct. auf 1,19 €/250 g-Päckchen steigen. Die Vorbereitungen auf Ostern, mit erhöhter Butterproduktion,
führten kurzfristig zu einer hohen Rohstoffverarbeitung.
Die Notierung an der Kemptner Butterbörse blieb diese Woche stabil. An der European Energy Exchange (EEX) in Leipzig zeigen sich
leicht schwächere Preistendenzen. Abgepackte wird momentan rege Nachgefragt. Durch das Ostergeschäft wurde rege Butter
nachgefragt. Deutsche Ware ist weiterhin wettbewerbsfähig.
Die Preise am Eiweißmarkt sind im März gestiegen. Molkenpulver in Lebensmittelqualität wird rege nach-gefragt. Die rege
Nachfrage stand einem nicht ausreichenden Angebot gegenüber. Es wurde sehr viel Molkenderivate hergestellt, was zu einer Verknappung
führte. Die Preise konnten sich somit festigen. Magermilchpulver (MMP) in Lebensmittelqualität kostet der-zeit 2,63 €/kg.
Molkenpulver zeigte eine gewisse Stabilität in den letzten Wochen. Seit KW 7 ist aber ein deutlicher Preisanstieg zu erkennen.
Molkenpulver wird derzeit mit 1,35 €/kg gehandelt (alles Lebensmittelware).
Der Käsepreis ist seit längerem stabil und zeigte sich in den letzten zwei Wochen fester. Die Nachfrage ist ungebrochen rege und
wird durch das beginnende Ostergeschäft weiterhin belebt. Durch die baldigen Ferien läuft auch das Exportgeschäft rege. Auch
im LEH und in der Industrie ist die Nachfrage rege. Es wird berichtet, dass sie Nachfrage höher ist als das Angebot. Die
Käsepreise haben sich daher leicht erhöht. Gouda (Brotware, Großhandel) notierte in KW 13 bei 3,53 €/kg.
Der aus den Butter- und MMP-Preisen abgeleitete Kieler Rohstoffwert befand sich im Dezember auf 30,8 ct/kg. Im Februar ist er erstmals
wieder leicht angestiegen und befindet sich jetzt auf 33,9 ct/kg. Der Anstieg ist hauptsächlich auf die festeren
Magermilchpulverpreise und die Butterpreise zurückzuführen. Insgesamt ist der Kieler Rohstoffwert jedoch im Vergleich zum Vorjahr
um 34,43 % niedriger.
Die extrem guten Preise (53 ct/kg) vom Jahr 2025 sind leider Geschichte. Der Abwärtstrend, der im Juli begonnen hat ist bis jetzt
ungebremst. Am Sportmarkt zeichnete sich zu Beginn des Jahres eine leichte Erholung ab. Mittlerweile sinken die Preise am Spotmarkt jedoch
wieder. Diese Woche ist der Preis um +0,2 ct/kg auf 16,8 ct/kg gesunken. Der Preisverfall ist seit Januar auch bei den
Erzeugerpreisen zu beobachten.
Die Erzeugerpreise für konventionelle Milch in Baden-Württemberg hatten letztes Jahr im August mit 53,4 ct/kg ihren
Höhepunkt erreicht. Seit der Trend-wende im September sind die Preise kontinuierlich ge-fallen. Im Februar war der Auszahlungspreis
bei 38,52 ct/kg angelangt. Die Spanne liegt bei den Baden-Württembergischen Molkereien zwischen 33 ct/kg und 42,13 ct/kg. Es ist zu
hoffen, dass das Tal nun erreicht ist.
Noch ist jedoch viel zu viel Milch auf dem Markt, wie die letzten aktuellen Zahlen auch belegen. Die Mengen belastet noch immer den Preis.
Eine kleine Erleichterung ist eventuell in Sicht, so entwickelt sich der Butter und Magermilchpulvermarkt leicht positiv. Die Milchbranche
hofft, dass die Preise im zweiten Halbjahr anziehen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Milchmenge sinkt.
Die Nachfrage der privaten Haushalte nach Bio-Milch und Bio-Milchprodukten zog auch in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 weiter an.
Dennoch ist das aktuelle Rohstoffaufkommen teilweise zu hoch. Im Januar 2026 lieferten die Erzeuger rund 6,5 % mehr Bio-Milch an
milchwirtschaftliche Unternehmen im Land als im Vormonat, in Baden-Württemberg fiel das Plus mit 8,3 % überdurchschnittlich aus.
Auch im März wird von einem erneuten Plus bei der Bio-Milchmenge aus-gegangen.
Der Auszahlungspreis für Bio-Milch ist im Februar 2026 im bundesweiten Mittel nach Zahlen von Bioland, www.biomilchpreise.de, um 0,5
ct gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen und lag bei 65,2 ct/kg, im Süden lag er mit 65,3 ct/kg Milch leicht
darüber. Im Vergleich zum konventionellen Milchpreis zeigt sich der Bio-Milchpreis bislang jedoch vergleichsweise stabil. Der
Preisabstand liegt mittlerweile bei rund 26 ct/kg Milch.