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Rapskurse weiter unter Druck


Trotz der in Folge dritten leicht defizitären Weltrapsbilanz stehen die Rapskurse, und damit auch die Erzeugerpreise, weiter unter Druck. Der spürbare Kursverlust an der MATIF in Paris in den letzten Tagen geht alleine auf das Konto einer insgesamt sehr soliden Versorgung im gesamten Ölsaatenkomplex zurück. Dies wurde in der letzten Schätzung des USDA (amerikanisches Agrarministerium) am 12. August deutlich. Druck kommt vor allem von Seiten der gut ausgestatteten Sojabilanz. Die Ernteschätzung wurde vom USDA um gut 2 Mio.t auf insgesamt 347,4 Mio.t angehoben, der Verbrauch leicht nach unten korrigiert. Fazit: Die Weltendbestände im Sojabereich sollen auch im Wirtschaftsjahr 2017/18 erneut um rund 1 Mio.t auf insgesamt 98 Mio.t anwachsen.

 

Auch die Erholung des Eurokurses auf ein derzeit scheinbar stabiles Niveau von 1,17 bis 1,18 US-$ je Euro begrenzt den Weg der Rapskurse und –preise nach oben. Seit Mitte April hat die Währung gegenüber dem US-Dollar gut 10% an Wert zugelegt. Zurückgerechnet bedeutet das: Läge der Wert des Euro noch bei 1,06 US-$ je Euro, so wären Rapskurse zwischen 390 bis 400 €/t denkbar.


In Summe bleibt aber festzuhalten. Die Rapsernte in Deutschland, Polen und Tschechien ist eher schwach ausgefallen. Für Europa relativiert sich das Bild zwar zu einer durchschnittlichen Ernte, da Frankreich und Großbritannien besser gedroschen haben. Dennoch gilt: Die Weltrapsbilanz 2017/18 wurde zuletzt nochmals leicht schwächer gesehen und stellt sich insgesamt als knapp defizitär dar.


Das Vermarktungsjahr zeigt erneut, dass eine Risikostreuung in der Vermarktung, vor allem eine vorausschauende Strategie, unabdingbar ist. Wer im Januar/Februar Teile seines Rapses auf der Basis MATIF bei 390 bis 395 €/t im Vorvertrag vermarktet hat kann sich jetzt über ordentliche Erlöse freuen. In der aktuellen Situation aber gilt: Wer die Möglichkeit hat, sollte über Einlagerung und Abwarten in der Vermarktung nachdenken. Auch der Abschluss von Mindestpreisverträgen mit der Möglichkeit, später bei ggf. besseren Kursen nochmals einzupreisen, ist eine Option.



© Werner Schmid, LEL Schwäbisch Gmünd

Stand: 16.08.2017

Aktuelle Preise

(KW 32, Baden-Württemberg)

Brotweizen
143
€/t
Braugerste
180
€/t
Futtergerste
125
€/t
Körnermais
160
€/t
Raps
340
€/t

Quelle: LBV

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